Bekennende Kirche
Albert Lempp (13.2.1884 bis 9.6.1943) bot mit seinem Christian-Kaiser-Verlag der "Bekennenden Kirche" in der NS-Zeit eine publizistische Basis und setzte sich mit anderen praktisch wie politisch für verfolgte "nichtarische" Bürger ein.
Der "Lemppsche Kreis" entwickelte sich vom theologischen Gesprächskreis zum konspirativen Treffpunkt, dessen Mitglieder u.a. manchen als "nicht-arisch" Verfolgten zur Ausreise in die Schweiz verhalfen. Mit seiner "Osterbotschaft Münchner Laien" 1943 fordert der Kreis einen öffentlichen Protest der Kirche gegen die Judenverfolgung.
Er betont die unlösbare Verbindung der Kirche mit dem Judentum und fordert vom Staat "gerechte Rechtsprechung", "humane Gesetze", "Rechtsschutz für die Unterdrückten" und die "Respektierung der Grundrechte".
"Der Lemppsche Kreis"
(Aus dem Flyer anläßlich der feierlichen Namensgebung "Albert-Lempp-Saal" für den Gemeindesaal der evangelisch-lutherischen Gemeinde Kreuzkirche München im Februar 2009)
Der Kreis formulierte 1943 nach Vorlage des württembergischen Pfarrers und Lempp-Freundes Hermann Diem die "Osterbotschaft Münchner Laien" und überreichte sie Landesbischof Hans Meiser. Die Verfasser fordern von ihrer Kirche den öffentlichen und entschiedenen Protest gegen die Verfolgung der Juden.
Sie begründen dies mit dem Gebot der Nächstenliebe, dem Bekenntnis zu Jesus Christus, aber auch damit, dass die Kirche unlösbar mit dem Judentum verbunden ist.
Von den Herrschenden fordern sie anstelle der "Dämonie ihres politischen ,Evangeliums'" eine "gerechte Rechtssprechung" auf Grundlage "humaner Gesetze", "Rechtsschutz für die Unterdrückten" und die Respektierung der "Grundrechte'.
Meiser veröffentlichte die Denkschrift, mit der sich die Verfasser in große Gefahr begaben, nicht. Sie wurde aber durch mutige Menschen verbreitet, in der Schweiz gedruckt und über Auslandssender bekannt. Für den Württemberger Bischof Theophil Wurm war sie einer der maßgeblichen Anstöße zu seinem flammenden Protestbrief an Hitler vom 16. Juli 1943.
